Wir sind Trudering - 1/2020

8 BUJINKAN Das Training im Bujinkan sieht, wie bei allen Kampfkünsten, auf den ersten Blick von außen wie ein Gegeneinander aus. Bei län- gerem und näherem Hinsehen erkennt man jedoch ein sehr be- dachtes Miteinander: Kooperation und Vertrauen zwischen den Trainierenden ist die Basis für ein erfolgreiches Training. In den japanischen Kampfkünsten gibt es einen eigenen Begriff für die Leute, die lange gemeinsam trainieren: Buyu. Aus dem geteilten Interesse und dem gemeinsamen Training entste- hen oft, wie auch bei anderen Sportarten, enge Freundschaften. Die Freundschaft zwischen Buyu wird wesentlich von den ge- meinsamen Erfahrungen auf den Matten geprägt. Ursprünglich war die Kampfkunst kein Zeitvertreib Für viele der Trainierenden ist das Treffen von Freunden und die gemeinsam verbrachte Zeit einer der Gründe, warum es sie mehrmals wöchentlich ins Bujinkan-Training verschlägt. In einer traditionellen Trainingsgemeinschaften kommt allerdings ein weiterer Aspekt zum freundschaftlichen Miteinander hinzu: Ursprünglich war die Kampfkunst kein Zeitvertreib, sondern ein Instrument zum Überleben in Kriegs- und Konfliktsituationen. Gemeinschaft und Freundschaft im Bujinkan Auch wenn ein kriegerischer Anwendungsfall heutzutage eher unwahrscheinlich ist, soll dieser Gedanke für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Kampfkunst bei den Trainieren- den nicht verloren gehen. Trotz der Freundschaft zwischen den Trainierenden muss während des Unterrichts eine „krie- gerische“ Mentalität beibehalten werden, denn nur so kön- nen wichtige Aspekte der Kampfkunst erlebt und verstanden werden. Eine gewisse Intention ist also ein inhärenter Bestandteil der Kampfkunst. Die Formen selbst werden ernsthaft und konzen- triert geübt. Nachlässiger Umgang miteinander stellt dabei, wie immer, ein Risiko dar. Besonders bedeutsam ist also das Vertrauen zwischen den Buyu: Um eine Technik oder Form üben zu können, begibt sich der empfangende Übungspartner in eine Position, in der er angreifbar ist. Im Vertrauen darauf, dass der ausführende Übungspartner auf die eigene Gesund- heit achtet. Der ausführende Partner wiederum nimmt sich dieser Aufgabe an, macht sich die Grenzen seines Gegenübers bewusst und respektiert diese. Dann werden die Rollen ge- tauscht. Dieses beständige vertrauensvolle Überlassen der ei- IHRE APOTHEKE IM ZENTRUM VON TRUDERING Truderinger Straße 304 a · 81825 München · Telefon 0 89 / 42 17 00 · Telefax 0 89 / 6 88 16 20

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